Rentenrechtliche Zeiten

Während Ihres gesamten beruflichen Werdeganges werden Beiträge zur Rentenversicherung geleistet. Da Ihr Leben von vielen individuellen und persönlichen Entscheidungen geprägt ist verläuft die Beitragskurve nicht immer linear. Sie nehmen eine Auszeit für ein Studienjahr, müssen zum Wehrdienst und verpflichten sich dort für weiter 4 Jahre oder Sie bekommen Kinder. Alle diese Zeiten nennt man rentenrechtliche Zeiten. Hierbei gibt es auch Zeiten in denen keine Beiträge geleistet wurden. Diese beitragsfreien Zeiten unterscheidet man nochmals in 3 verschiedenen Gruppen.
Es gibt die und die Zurechnungszeit.
Diese Zeiten finden bei der Rentenberechnung mit einem Durchschnittswert Berücksichtigung. Dieser Wert wird aus allen Beitragszeiten berechnet. Wir wollen Ihnen einen kleinen Überblick über die Unterschiede dieser Zeiten geben.

Zu den Anrechnungszeiten gehören beitragsfreie Zeiten die verursacht werden durch Arbeitsunfähigkeit, Krankheit und Rehabilitationsmaßnahmen. Zeiten in denen Sie Arbeitslos waren. Alle Zeiten im Rahmen der Vorgaben zum Mutterschutzgesetz wie Mutterschaftsurlaub vor und nach der Geburt. Hier ist Voraussetzung, dass eine versicherte Tätigkeit unterbrochen wird. Liegt die Geburt Ihres Kindes nach Ihrem 17. bis zu Ihrem 25. Geburtstag entfällt diese Voraussetzung. Die Schulausbildung die über den 17. Geburtstag hinausgeht bis zu 8 Jahren. Allerdings werden hier tatsächlich nur 3 Jahre direkt bewertet, die übrige Zeit hat im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung positive Auswirkung.
Anrechnungszeiten auf die Wartezeit gibt es nur für Personen die langjährig Versichert sind (45Jahre) oder Schwerbehinderte Menschen mit Wartezeit von 35 Jahren.

Als Ersatzzeiten sind Zeiten von solcher Natur auf welche die versicherte Person keinen direkten Einfluss nehmen kann, sprich Zeiten die den Versicherten an der Beitragszahlung hindern aber nicht in diesem Selbst begründet liegen. Ersatzzeiten können für Personen die das 14. Lebensjahr vollendet haben angerechnet werden.
Hierzu zählen Kriegsdienstzeiten, besonders wichtig für Personen die zum Zeitpunkt des 2. Weltkrieges gelebt haben. Hinzu kommt die Kriegsgefangenschaft und damalige Reichsarbeitsdienst. Zeiten der Völkerverfolgung durch den Nationalsozialismus sollen Berücksichtigung finden. Hierzu zählen die Vertreibung, Flucht, Internierung, Verschleppung und anderes.
Für ehemalige DDR-Bürger kommt noch die Anrechnung der Zeiten hinzu in denen diese in Haft waren, dies aber nur soweit der Versicherte rehabilitiert oder das Urteil aufgehoben wurde. Sind im Anschluss an solche Erlebnisse Krankheit oder Arbeitslosigkeit die Folge, können diese ebenfalls zu den Ersatzzeiten hinzugerechnet werden. Die Anrechnung von Ersatzzeiten wurde vom Gesetzgeber auf das Datum des 31.12.1991 begrenzt. Sie finden Berücksichtigung bei der Wartezeit und bei der eigentlichen Rentenberechnung.

Die Zurechnungszeit wurde speziell für Menschen die durch besonders schwere Schicksalsschläge betroffen sind im Sozialversicherungsgesetz verankert. Ist ein Versicherter schon sehr früh durch Unfall oder Krankheit Berufsunfähig oder Erwerbsgemindert, so hat dieser keine ausreichende Gelegenheit gehabt vor Eintritt der Erwerbsminderung genügend Beiträge einzuzahlen. Die Anwartschaften auf eine spätere Altersrente wären demnach gering. Aus diesem Grund wird der Versicherte durch Zurechungszeiten so gestellt, als hätte er bis zum 62. Lebensjahr Beiträge mit einem Durchschnittswert geleistet. So wirken sich die Zurechnungszeiten in erheblichem Umfang auf die spätere Rentenleistung aus. Ist der Versicherte verstorben, so gilt das Gleiche für die Versorgung der Hinterbliebenen. Diese Zurechnungszeiten werden geleistet wenn der Tod oder die Erwerbsminderung vor dem 62. Lebensjahr eingetreten ist. Bei einem späteren Verlauf geht der Rententräger davon aus, das bis dahin genügend rentenrechtliche Zeiten und somit höhere Rentenanwartschaften angefallen sind. Die Altersgrenze lag früher bei 60 Jahren, wurde jedoch durch die Rentenreform schrittweise auf 62 Jahre angehoben.

Berücksichtigungszeiten hingegen haben keinen direkten Einfluss auf die Rentenhöhe.
Diese werden jedoch bei den Wartezeiten und bei der Gesamtleistungsbewertung berücksichtigt. Die Berücksichtigungszeit ist auf die Zeiten begrenzt, während ein Elternteil ein Kind erzieht. Berücksichtigung finden diese Zeiten allerdings nur bis max. dem 10.Lebenjahre des Kindes. Berücksichtigungszeiten allein begründen daher keinen Rentenanspruch.