Witwerrente

Stirbt ein Ehepartner, hat der Hinterbliebene die Möglichkeit eine Witwenrente zu beantragen. Natürlich gilt dies ebenso wenn die Ehefrau verstirbt, da auch jeder Ehemann diesen Antrag stellen kann. Grundsätzlich sind wieder einige Voraussetzungen für zukünftige Leistungen des Rentenversicherers zu erfüllen. Hierzu gehört dass eine rechtlich gültige Ehe vorgelegen haben muss. Hochzeiten am Strand eines Urlaubsortes werden von der Versicherungsanstalt nicht als Eheschließungen im rechtlichen Sinn anerkannt. Erst ab dem Zeitpunkt indem Sie die deutschen Urkunden in der Hand halten gelten Sie nach deutschem Recht als Ehepaar.

Ähnlich wie bei der Waisenrente gibt es auch hier Unterschiede in der finanziellen Größenordnung der Rente. Man unterscheidet zwischen der großen und der kleinen Witwenrente.

Der Verstorbene muss die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Dann kommen noch Bedingungen hinzu die der Rentenerwerber erfüllen muss. Eine Bedingung hierfür ist das der Hinterbliebene selbst erwerbsgemindert sein muss. Eine andere Bedingung wäre das ein minderjähriges waisenrentenberechtigtes Kind versorgt werden muss oder die Hinterbliebene bereits das 45. Lebensjahr vollendet hat. Es muss nur eine dieser 3 Voraussetzungen erfüllt sein um einen Anspruch auf die große Witwenrente zu erhalten. Erfüllt der hinterbliebene Ehepartner keine dieser Voraussetzungen so bleibt diesem nur die kleine Witwenrente, die längstens für 2 Jahre gezahlt wird.

Ist ein Partner schwer krank und geht aus versorgungstechnischen Gründen eine Ehe ein, kann der Rententräger die Zahlung einer Witwenrente ablehnen. Es sei denn die Ehe bestand bereits mindestens für ein Jahr und es kann ausgeschlossen werden, dass die Ehe nicht nur zu diesem Zweck geführt wurde. Stirbt der Ehepartner vor Ablauf des ersten Ehejahres durch Unfall gilt diese Frist nicht. Dies gilt auch nur für Ehen die nach dem 31.12.2001 geschlossen wurden. Davor gab es keine Jahresfrist.

Egal ob es sich um die kleine oder die große Witwenrente handelt, die ersten 3 Monate der Rentenzahlung werden bei beiden Varianten gleich behandelt. Es wird die Höhe der Versichertenrente ausbezahlt. Umgangssprachlich spricht man hier vom Sterbevierteljahr.

Nach Ablauf dieser Zeit beträgt die kleine Witwenrente 25% des Rentenanspruchs des Verstorbenen. Die große Witwenrente wird mit 55% der Versichertenrente taxiert. Die Höhe dieser Rentenleistungen hat sich zum 01.01.2002 durch die Einführung des Altersvermögensgesetzes geändert. Für Paare die vor diesem Datum geheiratet haben und der Ehepartner bereits vor diesem Datum verstorben ist und der ältere Ehepartner bereits 40 Jahre alt ist gilt noch die alte Regelung. Für alle Anderen gilt, dass nach dem neuen Gesetzt die kleine Witwenrente nicht mehr auf 2 Jahr begrenzt ist. Die Rentenzahlung der großen Witwenrente wurde auf 60% angehoben, allerdings ist kein Zuschlag für Kindererziehung mehr möglich. Ein Rentensplitting scheidet ebenfalls aus.

Eigene Einkünfte werden im Rahmen gesetzlichen Vorgaben bei der Rente angerechnet. Es kann allerdings ein Antrag auf Zuschläge aufgrund Kindererziehung gestellt werden.

Sollte der Hinterbliebene wieder eine Heirat ins Auge fassen, so fallen ab dem Datum der neuen Eheschließung alle Ansprüche auf Rentenzahlung weg. Die Witwe beziehungsweise der Witwer erwirbt dann einen Anspruch auf eine Abfindung. Bei der kleinen Rente werden die Rentenzahlungen bis zum endgültigen Ablauf berechnet und in einer Einmalzahlung überwiesen. Bei der großen Witwenrente wird der 24-fache eines Monatsrentenbetrages als Einmalzahlung zur Verfügung gestellt.