Waisenrente

Die Waisenrente ist eine Absicherung für die Nachkommen einer versicherten Person welche gestorben ist. Diese Art der Rente muss beantragt werden. Ist die Waisenrente zugestanden, so handelt es sich um eine Dauerrente. Sie soll die nicht mehr vom Verstorbenen zu erbringenden Unterhaltsleistungen ausgleichen.

Empfangsberechtigt sind sowohl alle leiblichen Kinder als auch Stief- und Pflegekinder sowie Enkel und Geschwister die im Haushalt des Verstorbenen lebten oder er für diese Unterhaltspflichtig war. Hat der Verstorbene nicht geheiratet aber dennoch mit seiner Lebenspartnerin Kinder gezeugt die zum Zeitpunkt des Todes aber nicht mehr im Haushalt des Verstorbenen gelebt haben, so haben diese Kinder nur Anspruch auf Waisenrente wenn zuvor eine Vaterschaftsanerkennung oder Vaterschaftsfestlegung erfolgte. In der heutigen Zeit kommt dieser Sachverhalt relativ häufig vor, so zum Beispiel wenn sich ein Paar nach der Geburt der Kinder irgendwann getrennt hat. Aus diesem Grund ist es wichtig für seine Kinder entsprechend Vorsorge zu treffen.

Die Waisenrente wird untergliedert in eine Halbwaisenrente und eine Vollwaisenrente. Ist ein Elternteil verstorben, spricht man von Halbwaisenrente. Sind beide Elternteile Tod, handelt es sich bei den zurück bleibenden Kindern um Vollwaisen. Somit wären diese zum Bezug der Vollwaisenrente berechtigt.

Die Rente wird grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr der Waisen geleistet. Hat der Rentenbezieher bis dahin seine Schulausbildung oder Berufsausbildung sowie Erststudium noch nicht beendet ist eine weitergehende Rentenzahlung bis zum 27. Lebensjahr möglich. Ist der Hinterbliebene Geistig oder Körperlich behindert, ist auf Antrag ebenfalls die Bezugsdauer bis zum 27. Lebensjahr zu verlängern. Bei Unterbrechung der Ausbildung aufgrund Pflichtzeiten beim Wehr- oder Zivildienst sowie die Teilnahme an einem freiwilligen sozialem oder ökologischem Jahr werden diese Zeiten später angerechnet.

Bei Waisenrentenempfang ab Vollendung des 18.Lebensjahres prüft der Rententräger ob eigenes Einkommen besteht und dies kann dann bei der Leistungshöhe angerechnet werden. So ist es nicht immer sinnvoll wenn Studenten die Waisenrente beziehen neben dem Studium einer weiteren Tätigkeit nachgehen. Auch werden seit der Reform 2001 Vermögenseinkünfte oberhalb eines Freibetrages mit 40 % bei der Leistungshöhe der Waisenrente berücksichtigt. Der Anspruch auf Waisenrente erlischt wenn eine vollwertige Arbeitsstelle angenommen wird.

Grundsätzliche Bedingung für den Erhalt von Waisenrente ist jedoch das der Verstorbene diverse Voraussetzungen in der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllt hat.

Wenn dem Versicherten zum Zeitpunkt seines Todes eine Form der Rente gleich welcher Art (Erwerbsminderungsrente, Berufunfähigkeitsrente, Altersrente, Rente für Bergleute) zugestanden hätte und darüber hinaus die Wartezeit von 5 Jahren erfüllt ist oder als erfüllt gilt.

Bei Tod des Versicherten infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Wehrdienstbeschädigung oder Ersatzweise einer Zivildienstbeschädigung wird die Rente ohne die Einhaltung der Warefrist bezahlt. Es genügt dann bereits ein Pflichtbeitrag zum Todeszeitpunkt um Ansprüche auf eine Waisenrente zu erwerben.

Die Höhe der Halbwaisenrente beträgt 10% des Rentenbetrages den der Verstorbenen zum Todeszeitpunkt im Rahmen einer vollen Erwerbsminderung zugestanden hätte. Hinzu kommt ein individueller Zuschlag der sich aus der Berücksichtigung von rentenrechtlichen Zeiten zusammensetzt. Da es verschiedene Formen von rentenberechtigten Zeiten gibt, werden diese unterschiedlich gewichtet. Somit ist die Rentenhöhe eines Waisen sehr individuell und den Einkommensverhältnissen des Verstorbenen angepasst da sich diese aus den geleisteten Beiträgen berechnet.

Die Vollwaisenrente kommt dann zum Tragen wenn beide Elternteile verstorben sind. Die Höhe beträgt 20 % der dem verstorbenen zustehenden vollen Erwerbsminderungsrente. Mit den Zuschlägen verhält es sich gleich wie bei der Halbwaisenrente. Bestehen Ansprüche aus mehreren Renten zum Beispiel einer weiteren Unfallrente, gilt immer nur der höchste Rentenbetrag. Die anderen Rentenarten ruhen. Die Obergrenze der Rentenleistung liegt bei vier Fünftel des Jahresarbeitsverdienstes des Verstorbenen.