Erziehungsrente

Wenn Sich Ehepartner zu einer Scheidung entschlossen haben regelt das Familiengericht nicht nur die Aufteilung des Vermögens und der Unterhaltsansprüche, sondern auch wie mit dem während der Ehezeit erworbenen Rentenansprüchen verfahren wird.

Die Grundlagen hierfür finden sich in den Vorschriften des so genannten Vorsorgungsausgleichsgesetzes. Dies wurde im Jahre 1977 eingeführt, damit die während der Ehezeit nicht berufstätige Ehefrau und Mutter im Alter nicht ohne entsprechende Bezüge auskommen muss. Denn dies würde unweigerlich zu einer ungerechten Verarmung des ehemaligen Ehepartners führen. Bei der Schaffung dieser Regelung wurde hauptsächlich an die typische Hausfrau gedacht. Inzwischen greift das Gesetzt bei jeder Scheidung. Hierbei spielt es keine Rolle mehr, ob beide gearbeitet haben oder überhaupt Kinder im Haushalt leben. Derjenige welcher während der Dauer der Ehe höhere Rentenansprüche erworben hat, muss Rentenentgeltpunkte auf den Expartner übertragen. So bekommen beide die gleichen Werte für die Zeitdauer der Ehe gutgeschrieben.

Diese Regelung des Versorgungsausgleiches bezieht sich auch auf die anrechenbaren Rentenzeiten. Wurde die Ehe nach dem 01.07.1977 geschieden, bestand nach dieser neuen Regelung für die Hinterbliebene keinen Anspruch mehr auf Witwenrente. Dennoch war diese aufgrund der Erziehung der vorhandenen Kinder nicht in Lage selbst berufstätig zu sein. Somit ist diese Rentenart die einzige Rente aufgrund eines Todesfalls bei der keine rentenrechtlichen Zeiten und Wartefristen des Verstorbenen zu berücksichtigen sind. Für Ehen die vor 1992 in der DDR geschieden wurden, greift diese Rente nicht und es besteht kein Anspruch auf Erziehungsrente.

Einen Anspruch auf diese Rente haben Sie allerdings nur dann, wenn die Ehe nach dem 01.07.1977 geschieden wurde, Ihr Ex-Lebenspartner gestorben ist und Sie ein Kind erziehen. Diese Rente wird bis zu Ihrem eigenen Renteneintrittsalter sprich bis maximal dem 65. Lebensjahr bezahlt. Sollten Sie in wieder heiraten fällt der Anspruch ersatzlos weg. Die Höhe der Rentenleistung ist die Selbe, welche Ihnen bei einer vollen Erwerbsminderung zugestanden hätte.