Beiträge von Arbeitnehmern

Die Beiträge zur Rentenversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen. Dies gilt bei allen versicherungspflichtigen Personen bereit ab dem ersten Gehalt. Der Anteil des Arbeitsnehmers/Angestellten wird direkt bei der Lohnzahlung einbehalten und vom Arbeitgeber zusammen mit dessen Anteil an die Krankenkasse überwiesen welche wiederum das Geld an den Rentenversicherungsträger überweist.

Selbstständige oder freiwillig Versicherte tragen den gesamten Anteil an den Pflichtbeiträgen alleine und müssen selbst für die monatliche Zahlung der Beiträge sorgen. Hierbei sind die Beiträge frei verhandelbar, solange diese sich im Rahmen der Mindest- und Höchstsätze bewegen.

Es bleiben noch die versicherungspflichtigen Selbstständige, welche Ihren Beitrag nicht frei wählen können. Sie sind verpflichtet einen Regelbeitrag zu leisten. Die Höhe dieses Beitrages wird jedes Jahr neu berechnet. Dieser Regelbeitrag wird jährlich vom Rentenversicherungsträger ermittelt. Es werden Werte aus dem Beitragssatz und der Bezugsgröße ermittelt, unabhängig von den tatsächlichen Einnahmen eines Unternehmers.

Die Bezugsgröße ist der Wert der festgestellt wird, wenn man alle geleisteten Beiträge aller versicherungspflichtigen Personen im letzen Versicherungsjahr zusammenzählt und daraus einen Durchschnitt ermittelt. Bleiben Beiträge aus, weil zum Beispiel der Arbeitgeber nicht mehr zahlungsfähig ist, stellt dies einen strafrechtlichen Verstoß dar und wird mit hohen Geldbussen bestraft.

Existenzgründer welche Pflichtversichert wären, können durch Antrag sich für die ersten 3 Jahre Ihre Geschäftstätigkeit vom hälftigen Anteil des Regelbeitrages befreien lassen. Hierbei spielt es keine Rolle wie hoch die tatsächlichen Einnahmen des Existenzgründers sind. Laufen die Geschäfte am Anfang recht schleppend, kann eine weitere Vergünstigung des Regelbeitrages beantragt werden. Hierzu ist allerdings erforderlich, dass der Versicherte seinen tatsächlichen Einnahmen, sprich seinen Gewinn nach Abzug aller Steuern dem Rentenversicherungsträger vorlegt. Dieser kann dann den zu leistenden Pflichtbeitrag auf das Einkommen anpassen. Grundsätzlich liegen diese Beiträge nicht unter dem Mindestbeitragssatz.

Für Künstler und Publizisten gelten Ausnahmeregelungen. Hier gibt es zusätzliche Verordnungen und Richtlinien der Künstlersozialkassen zu berücksichtigen. Hier wird ein voraussichtliches Jahrseinkommen von mindestens 3900,00 Euro der Beitragsbemessung zugrunde gelegt. Hierbei zahlt die Künstlersozialkasse die hälfte der festgelegten Beiträge.

Während der Ableistung von Wehrdienst oder Zivildienstszeiten übernimmt der Bund alle Beitragsleistungen. Die Leistung hängt wieder vom Beitragssatz ab und der Bezugsgröße. Da diese jedes Jahr neu ermittelt wird, kann man keinen Grundbeitrag nennen. Es werden immer 60% der Bezugsgröße zur Leistung herangezogen. Unter Umständen kann dieser errechnete Beitrag kleiner sein, als der Beitrag den Sie selbst geleistet hätten wenn Sie statt der Ableistung von Wehrdienst oder Zivildienst beruflich tätig gewesen wären. Aus diesem Grund finden sich diese Zeiten bei der Berechnung der späteren Rente wieder.

Erhalten Sie Kranken- oder Verletztengeld tragen Sie die Hälfte der Beiträge, die andere Hälfte wird von der Krankenkasse oder den Unfallkasse beigesteuert. Bei Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, ALGII, Unterhalt und anderen Versorgungsgeldern werden die Beiträge allein von den zuständigen Leistungsträgern übernommen. Die Höhe des Ihnen zustehenden Arbeitslosengeldes oder Krankengeldes errechnet sich aus der Höhe Ihrer vorherigen Bezüge. Der Beitragssatz ändert sich durch neue gesetzliche Vorgaben ständig, liegt aber bei derzeit 19,1% von 80% der vorherigen Bezüge.